Bücher, die Texter:innen wirklich weiterbringen

Bücher, die Texter:innen wirklich weiterbringen

10. April 2026
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Welche Bücher rund um das Copywriting helfen dabei, besser zu schreiben, besser zu beraten, besser zu konzipieren? Für diesen Blogbeitrag haben fünf Mitglieder unseres Verbands ihre Lieblingsfachlektüre aus dem Regal gezogen, um sie dir vorzustellen.

© Foto von Christin Hume auf Unsplash

Youri Keifens: Das Copywriting-Geheimrezept – Die sieben Zutaten für überzeugende und verkaufsstarke Werbetexte

Redline-Verlag, 2024, 20 Euro

Das steht drin

Wer Essen liebt, wird auch dieses Buch lieben. Youri Keifens zeigt in unwiderstehlich kulinarischen Bildern, wie man Werbetexte lecker würzt, welche Zutaten hineingehören und wie man sie schließlich anrichtet und serviert. Ein Festmahl zum Sattlesen gegen Copy-Einheitsbrei.

Weshalb das Buch für Texter:innen wertvoll ist

„Bleib heiter, schreib lecker.“ Mit seinem Motto lebt Youri Keifens uns vor, bei der Arbeit den Spaß mit Buchstaben nicht zu vergessen. Wertvoll ist das Buch auch, weil es sich nicht an den vielzitierten Beispielen amerikanischer Copywriting-Legenden orientiert, sondern sehr praxisnah daran, was im deutschsprachigen Werbemarkt funktioniert.

Wer es lesen sollte

Werbetexter:innen, die lernen wollen, wie Marken auch mit leisen Tönen gehört werden und ihre Zielgruppen überzeugen. Gut zu knabbern für Einsteiger:innen und trotzdem massig Futter auch für Profis.

Mein wichtigstes Take-away

Schon der Vorspann spricht mir aus der Seele: Endlich gibt es klare Worte, die Werbetexte vom „Uga-Uga der Verkaufswelt“ befreien. Mein persönliches Sahnestück: Überreden ist nicht nachhaltig. Wer mit und für die Menschen arbeitet, braucht keine Trickkiste. Copywriting hat vielmehr mit Werten, Ethik und Verantwortung zu tun, indem es Menschen zu dem Ergebnis führt, das gut und richtig für sie ist.

Buchtipp von Simone Heinrich

Petra Sammer: Storytelling – Grundlagen, Best Practices und kreative Impulse

O’Reilly, 2025, 3. Auflage, 34,90 Euro

Das steht drin

Manche Wege in die Zukunft führen direkt in die Vergangenheit. So schreibt The Guardian: „The world’s oldest job became the hottest new corporate job title“. Gemeint ist Storytelling.

Aber was steckt dahinter? Antworten liefert das Buch von Petra Sammer. Die Kommunikationsberaterin erklärt detailliert, was es für eine gute Geschichte braucht. Spoiler: einen Grund, sie zu erzählen; eine Heldin oder einen Helden; einen Konflikt; Emotionen. Außerdem wird jede gute Geschichte weitererzählt. Früher am Lagerfeuer, heute in den sozialen Netzwerken.

Sammer bleibt allerdings nicht bei der Theorie stehen. Ihr Buch ist voller Beispiele aus Romanen, Filmen und Marketing. Dazu gibt es aktuelle Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft und einen Blick in die Zukunft des Storytellings.

Weshalb das Buch für Texter:innen wertvoll ist

Die Unternehmensgeschichte auf der Website, das Porträt der Firmengründerin, die Case Study mit einem Kunden – wir Texter:innen könnten häufig packende Storys erzählen. Doch die wenigsten Inhalte werden als Geschichte aufbereitet. Gerade im B2B-Bereich. Dort herrscht eine große Skepsis gegenüber allem, was nicht rational und rein faktenorientiert ist. Sammer liefert Texter:innen Argumente, um Unternehmen vom Storytelling zu überzeugen – und eine Anleitung, wie sie gute Geschichten finden und erzählen.

Wer es lesen sollte

Wer sich mit der Zukunft des Marketings im KI-Zeitalter beschäftigt, kommt am Storytelling nicht vorbei. Denn Maschinen können immer besser Texte schreiben, Erklärungen liefern und Emotionen imitieren. Eines können sie allerdings nicht: Erfahrungen in der realen Welt sammeln. Geschichten leben genau davon. Von Gesprächen mit außergewöhnlichen Menschen, überraschenden Wendungen und Details wie Gerüche, Gesten, Geräusche.

Storytelling ist menschlich – und bleibt es. Dadurch schafft es Aufmerksamkeit, selbst wenn KI-Content die Kanäle flutet.

Mein wichtigstes Take-away

Leser:innen interessieren sich weniger für die Lösung als für den Weg dorthin. Räume dem Konflikt den größten Platz in deiner Geschichte ein.

Buchtipp von Julius Leichsenring

Hans-Georg Häusel: Think Limbic!

Haufe Verlag, 2019, 6. Auflage, 34,95 Euro

Das steht drin

Hans-Georg Häusel ist Psychologe und Hirnforscher und er macht in diesem Buch eine ziemlich unbequeme Ansage: Nicht das Großhirn, sondern das limbische System ist das eigentliche Machtzentrum im menschlichen Kopf. 

Drei Kräfte steuern uns: Balance, Dominanz, Stimulanz. Und sie tun das, ohne uns zu fragen. Über 70 Prozent unserer Entscheidungen laufen unbewusst ab. Das Reptilienhirn gewinnt fast immer. 
Heißt übersetzt: Entscheidungen werden aus dem Bauch heraus getroffen und dann von der grauen, schlauen Masse im Nachhinein legitimiert. Kennt wohl jede:r von Spontankäufen. 😉

Weshalb das Buch für Texter:innen wertvoll ist

Weil wir jeden Tag versuchen, Menschen zu einer Entscheidung zu bewegen. Mit Worten. Und wenn wir dabei ans rationale Großhirn appellieren, mit Fakten und Features, schreiben wir am Entscheidungszentrum vorbei. 

Häusel zeigt, welche emotionalen Codes wirklich wirken: Sicherheit, Status, Neugier. Und dass es bei verschiedenen Menschen und Typen eben eine unterschiedliche Ansprache braucht. Wer das versteht, schreibt anders. Gezielter. Und deutlich treffsicherer.

Mein wichtigstes Take-away

Nicht jeder tickt gleich und das hat Konsequenzen für jeden einzelnen Satz, den wir schreiben. Häusel macht deutlich, dass unterschiedliche limbische Typen eine grundlegend andere Ansprache brauchen. Was den sicherheitsorientierten Menschen überzeugt, lässt den stimulanzgetriebenen kalt. Und umgekehrt. 

Seitdem frage ich mich bei jedem Text: Wen spreche ich hier an? Und was braucht genau dieser Typ für ein Wording?

Buchtipp von Ina Mewes

Stephen King: Das Leben und das Schreiben – Memoiren

Heyne Verlag, 2025, 2. Auflage, 13 Euro

Das steht drin

Halb Memoiren, halb Schreibratgeber und kein bisschen Horror. King erzählt, wie er das Schreiben gelernt hat: in Kellern, auf Klappstühlen, zwischen Windeln und Bierflaschen. Und er erklärt, wie er es macht: viel lesen, viel schreiben, den inneren Zensor erschießen. Das Buch ist roh, ehrlich und streckenweise so unterhaltsam, dass man vergisst, dass man gerade etwas lernt. 

Wer keinen Horror mag (ich verstehe das), sollte trotzdem weiterlesen. King ist seit Jahrzehnten einer der meistverkauften Autoren der Welt. Irgendetwas macht er also richtig. Und das hat nichts mit Blut und Monstern zu tun.

Weshalb das Buch für Texter:innen wertvoll ist

Weil King eines konsequenter durchzieht als die meisten Schreib-Gurus: Er zeigt, statt nur zu erklären. Jede Regel – Aktiv statt Passiv, Adverbien raus, Erst-Entwurf mit geschlossener Tür – bekommt Futter durch Beispiele. 

Und ich mag seine Haltung: Schreiben ist ein Handwerk. Kein Talent, das man hat oder nicht hat. Etwas, das man übt, üben muss. Jeden Tag. 

Mein wichtigstes Take-away

Lesen tue ich sowieso. Aber King hat mir gezeigt, dass es einen Unterschied macht, wie man liest. Seitdem läuft meistens eine zweite Spur mit: Warum funktioniert dieser Satz? Was macht diesen Rhythmus so dicht? Lesen als Handwerk-Analyse, nicht nur als Genuss. Um so besser zu werden, während man etwas tut, das man eh schon liebt.

Buchtipp von Ina Mewes

Miriam Löffler: Think Content! Strategie, Marketing, Formate

Rheinwerk Verlag, 2024, 3. Auflage, 39,90 Euro

Das steht drin

In drei Kapiteln erforscht Fachautorin Miriam Löffler Content-Strategie, Content-Marketing und Content-Produktion. Sie beleuchtet das große weite Feld gut informiert und lesefreundlich: Von Audit, Planung, Produktion und Controlling über Zielgruppen, Persona, Themenpläne und Storytelling bis hin zu Content-Formaten, Webtext, Usability und SEO. Mit vielen Praxis-Beispielen, Tipps und Links.

Dabei geht die Autorin begeistert in die Tiefe, analysiert gelungene (und weniger gute) Kampagnen. Die aktuelle Auflage gibt’s auch digital und bezieht die Nutzung von KI und das Produzieren aller Web-Formate mit ein.

Weshalb das Buch für Texter:innen wertvoll ist

Wissen, Überblick, Hilfestellung. Schon das ausführliche Inhaltsverzeichnis hilft, direkt dort einzusteigen, wo gerade Input gesucht wird. Ebenso der überschwängliche Index. Und: Textende bekommen wertvolle konkrete Tipps für gutes Schreiben (im Web) – wie die Doppelpunktstrategie und die Nachrichtenpyramide.

Wer es lesen sollte

„Primär richtet sich Think Content! an alle, die mit ihrer Website in irgendeiner Form Geld verdienen wollen“, schreibt Löffler selbst. Also an die Verantwortlichen für Content und Marketing. Es sollte aber auch Pflichtlektüre sein für alle, die Tools für diesen Bereich entwickeln.

Mein wichtigstes Take-away

Die „Ich-Brille“ absetzen. Immer und immer wieder. An die User denken, sich ihre Fragen stellen! Was interessiert die Leute, die die Seite besuchen? Welcher Mehrwert wird geboten? So kann von Anfang guter Content entstehen – durch Content denken!

Buchtipp von Ursula Thomas-Stein

Lukas Greitemann: Copywriting – Worte, die wirken. Sätze, die verkaufen. Ideen, die bleiben.

Rheinwerk Verlag, 2024, 3. Auflage, 39,90 Euro

Das steht drin

Auf 400 Seiten führt Lukas Greitemann ins Thema Copywriting ein. Klar darf da im Jahr 2026 auch der KI-Support nicht fehlen. Nach einer Einführung zur Geschichte und dem Berufsbild eines Copywriters geht’s an die Grundlagen der Psychologie, wichtige Marketing-Basics und die Konzeption von Marketingkampagnen.

Website, E-Mail-Marketing oder Webinar-Skripte? Greitemann zeigt auf, wie’s praktisch geht. Im vierten und letzten Kapitel widmet er sich dem eigentlichen Schreiben.

Weshalb das Buch für Texter:innen wertvoll ist

Nach dem Basic-Buch „Texten können“ von Daniela Rorig dachte ich, das Wichtigste zum Thema Texten sei bereits auf den Punkt gebracht. Doch nun bringt der gleiche Verlag ein Werk heraus, das sich rein auf das „verkaufsfördernde“ Schreiben konzentriert. Auch wenn sich inhaltlich einige Überschneidungen ergeben, können beide Werke gut co-existieren. Zumal die Autoren unterschiedliche Schreibstile pflegen. Während Daniela Rorig mit viel Humor und Kreativität schreibt, setzt Lukas Greitemann auf Storytelling.

Bücher über Copywriting, die aus dem deutschsprachigen Gebiet stammen, sind rar gesät. Dabei braucht es Werke, die nicht aus rein US-amerikanischer Perspektive auf das Thema blicken. Umso schöner, wenn die Vielfalt auch hierzulande wächst.

Wer es lesen sollte

Alle, die einen Überblick über das weite Feld des Copywritings erhalten möchten. Einsteiger:innen holt der Autor mit Themen wie „Was muss ein Copywriter können?“, verkaufspsychologischen Basics und Formeln wie AIDA ab. Erfahrene Texter:innen bleiben trotzdem noch dankbar auf der ein oder anderen Seite hängen, um ihr Wissen aufzufrischen oder Lücken zu schließen. Oder sie nehmen das Buch zur Hand, wenn die Bestandskundin gerne Texter-Unterstützung in einem Format hätte, auf das sie eigentlich nicht spezialisiert sind.

Mein wichtigstes Take-away

Wie facettenreich E-Mail-Marketing sein kann. Auf rund 40 Seiten gibt’s dazu reichlich Input.

Buchtipp von Kerstin Smirr



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